Museum Ludwig,
Köln
"Photographie
des 20. Jahrhunderts"
1996
Gottfried Helnwein
studierte von 1965-1969 an der HØ heren Graphischen Lehr- und Versuchsantstalt
in Wien. In dieser Zeit gab es die ersten Aktionen im kleineren Kreis.
Von 1969-1973 studierte er Malerei an der Akademie für Bildende Künste
in Wien und begann unter dem Eindruck der alltäglichen, von der Öffentlichkeit
teilnahmslos hingenommenen Gewalt mit einer Serie hyperrealistischer Gemälde
verwundeter Kinder. 1970 inszenierte er mit zwei Studienkollegen die Aktion
Die Akademie brennt. 1973 gestaltete er sein erstes Zeitschriftencover
für das Magazine "Profil". 1981 begann er mit einer Serie
über die Trivialhelden der Gegenwart und einer photographischen Werkgruppe,
die später als Faces publiziert wurde. Helnwein arbeitete
auf dem Gebiet der Malerei und der Photographie, er schuf Bühnenbilder
und Performances und setzte sich für die Aufhebung der Trennung in
E-Kunst und U-Kunst ein. In diesem Sinne publizierte er Arbeiten auf Plakaten
und Titelblättern grosser Magazine und ging mit seiner Kunst auf
die Strasse, wie mit Neunter-November-Nacht im Rahmen der "Internationale
Photoszene Köln" zwischen Museum Ludwig und Kölner Hauptbahnhof
1988.
Helnwein
gilt als einer der wichtigsten Künstler mit politischem Engagement
in Deutschland, der im Sinne konzeptioneller Kunst die Reaktion der Öffentlichkeit
als Teil seiner künstlerischen Arbeit begreift und für ihre
Verbreitung neue Wege erschliesst. RM
Gottfried Helnwein
Works in the Museum Ludwig Collection "Photographie des 20. Jahrhunderts"
TASCHEN
Köln Lisboa London New York Osaka Paris
ISBN 3-8228-8818-4
Benedikt Taschen Verlag GmbH, Köln
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